Betriebliches Lernprozesse in der Praxis - Erfahrungsaustausch mit Karola Frank

Im vierten Modul unserer Qualifizierungsreihe „Betriebliche Integrationskompetenz für Mitarbeitende in der Metall- und Elekrtoindustrie“ zum Thema "Betriebliche Lernprozesse" am 15. April 2021 durften wir Karola Frank, ehrenamtliches Vorstandsmitglied der IG-Metall,

stellvertretende VK-Leiterin und Betriebsrätin bei Audi Ingolstadt als Gast begrüßen. Wir sprachen mit Ihr über ihre langjährigen Erfahrungen mit betrieblichen Lernprozessen als Betriebsrätin und Ortsvorstandsmitglied der IG-Metall Ingolstadt.

Karola Frank gab den Teilnehmenden von MAN Augsburg, Daimler Berlin, VW Sachsen und AGAPLESION Frankfurt einen interessanten Einblick in das Bildungsmanagement von Audi, Ingolstadt mit rund 44.000 Beschäftigen. Sie stellte uns die Audi Akademie vor, die vor allem überfachliche Angebote für Fach- und Führungspersonal entwickelt und umsetzt. Darüber hinaus wies sie auf die Bereichs-Akademien hin, die vor allem fachliche Qualifikationen organisieren, zum Beispiel für Technik, Finanzen oder Qualitätssicherung.


1 x jährlich führen Vorgesetze mit den Mitarbeitenden Qualifizierungsgespräche, in denen Weiterbildungen verabredet werden. Die Bewilligung von Qualifizierungen wird bei Audi nicht als Belohnung für gute Leistung verstanden, sondern knüpft am konkreten Weiterbildungsbedarf an. Sie wird individuell vereinbart, hängt allerdings vom Budget des / der Vorgesetzten ab. Es kommt vor, dass sich der BR insbesondere bei den überfachlichen Themen einschalten muss, um die Kolleginnen und Kollegen in ihren Vorhaben und ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen.

Das Thema „Integrationskompetenz“ spielt zwar im Rahmen der Unternehmenskultur eine Rolle, wird aber im Arbeitsalltag von BR und Management nicht explizit als Verhaltenskodex bearbeitet. Rassistisches, antisemitisches und ähnliches Verhalten wird radikal geahndet. („Wer Hakenkreuze schmiert, fliegt“).


„Vielfalt ist mehr als Gleichberechtigung“


Grundsätzlich gehen BR und Management bei Audi vom Prinzip der Gleichheit aus. Bei aller Vielfalt der Beschäftigten sollen alle gleichbehandelt und wertgeschätzt werden. Dieser Ansatz wurde auch nach dem Besuch von Karola Frank weiter diskutiert, denn Gleichheit und Differenz spielen in unserer Weiterbildungsreihe eine zentrale Rolle und wurden bereits im 1. Modul mit dem folgenden Schaubild problematisiert:



Die Inputs und Hinweise von Karola Frank als erfahrener Betriebsrätin und VK-Leiterin konnten die Teilnehmenden in die sich anschließenden Themen der Lernprozessbegleitung einbeziehen, so dass sich eine lebendige Diskussion entwickelte.


Die Teilnehmenden sowie die Moderatorinnen und der Moderator sagen ein herzliches Dankeschön an Karola Frank nach Ingolstadt.

72 Ansichten0 Kommentare